Parashot

Terumah  - Ein Beitrag

Die Parasha Terumah wird auch IKEA Parasha genannt, weil sehr viel gebaut wird und weil es sich liest wie eine Bauanleitung. Gebaut wird das Heiligtum, der Mischkan, eine Art Vorläufer des Tempels und die Beschreibung ist so genau, dass man es nachbauen könnte. Gut, einige Materialien gibt es wohl nicht mehr heute, aber dann so etwas ähnliches. Terumah ist im zweiten Buch (Exodus) der fünf Bücher der Tora und dort an der Stelle: Ex 25,1 -27,19.

Und was ist das Interessante dieses Mal:

Bevor es losgeht mit Bauen sollen alle die dort sind freiwillig etwas für den Bau dazugeben und zwar so, wie "ihr Herz sie treibt". Erst dann geht es los mit der Arbeit. 

Tezaweh Du sollst befehlen 

In dieser Parasah geht es, nachdem das Heiligtum gebaut ist, um das Personal. Wer hat welche Rolle? Wer ist Priester? Wer ist Hohenpriester, von dem es immer nur einen gibt?  Und vor allem, wie muss genau die Kleidung für dieses Priesterpersonal aussehen? Auch das ist so genau beschrieben, wie letzte Woche der Bau, dass wir es nachbauen könnten, oder schneidern. Die Kleidung soll die Priester besonders, also heilig machen für ihren Dienst, ihre Arbeit. Es gibt edle Stoffe, verschiedene Kopfbedeckungen, einfach oder mit viel Farbe. Farbe war damals nicht selbstverständlich und kostbar. Aber vor allem gibt es wertvolle Oberkleidung. Das Ephod trug nur der Hohe Priester. Es war eine Art Schulterbelag und an ihm befestigte er ein Brustschild, alles sehr prächtig verziert. Das Obergewand, wie eine Tunika aus blauem Purpur mit Glöckchen und Granatäpfelchen. Alles hatte seine genaue symbolische Bedeutung. Nichts war einfach nur schön. Und noch etwas Wichtiges finden wir hier. Alle sollten ständig dazu beitragen,  genug Olivenöl im Heiligtum zu haben, damit es immer erleuchtet war. Tezaweh ist im zweiten Buch (Exodus) der fünf Bücher der Tora und dort an der Stelle: Ex 27,20 -30,10.

Und was ist das Interessante dieses Mal: Schon lange haben wir keine Priester, denn jeder und jede von uns ist nach seiner oder ihrer Bar oder Bat Mitzwa selber beauftragt, die wichtigen Aufgaben im jüdischen Leben zu übernehmen. Aber die Kleidung des Hohenpriester haben wir immer noch. Die Tora ist immer eingekleidet und wird nur zum Lesen entkleidet. Die Kleidung der Tora ähnelt der Kleidung des Hohenpriester. Sie hat ein wertvolles Obergewand. Glöckchen, eine Krone, Granatapfelsymbole und oft auch ein Brustschild. Das bedeutet, die Tora ist für jeden und jede direkt, sie hat die Funktion der Priester übernommen und jeder und jede kann lernen sie zu lesen.